Kompost anlegen: Standort, richtige Mischung, Umsetzen und reifen Kompost erkennen
So gelingt Gartenkompost: Platz und Behälter, was hinein darf und was nicht, grünes und braunes Material mischen, Feuchtigkeit, Umsetzen, Kressetest für reifen Kompost und richtige Mengen im Beet.
Kompost ist das Herz des biologischen Gartens. Aus Rasenschnitt, Gemüseresten, Laub und Strauchschnitt entsteht in einigen Monaten dunkle, krümelige, nach Waldboden duftende Erde, die mehr kann als jeder gekaufte Dünger: Sie füttert das Bodenleben, verbessert die Struktur, speichert Wasser und liefert Nährstoffe langsam und gleichmäßig. Gleichzeitig verschwindet ein großer Teil der Gartenabfälle, ohne dass du zum Wertstoffhof fahren musst. Ein guter Kompost ist kein Zufall. Er braucht den richtigen Platz, eine ausgewogene Mischung und ein wenig Pflege.
Das Wichtigste in Kürze
- Stelle den Kompost halbschattig und direkt auf offenen Boden, damit Regenwürmer und Bodenleben einwandern können.
- Mische feuchtes, stickstoffreiches „grünes“ Material mit trockenem, kohlenstoffreichem „braunem“ Material.
- Der Kompost soll feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm, nie nass und nie trocken.
- Nach drei bis sechs Monaten einmal umsetzen beschleunigt die Rotte.
- Reifer Kompost riecht nach Waldboden, ist dunkel und krümelig. Der Kressetest zeigt, ob er für Aussaaten taugt.
Der richtige Platz
Ein Kompost braucht einen Platz im Halbschatten, etwa unter einem Baum oder an der Nordseite einer Hecke. In praller Sonne trocknet er aus, im tiefen Schatten wird er kalt und nass. Er steht direkt auf dem Gartenboden, nicht auf Beton oder Pflaster. So kann überschüssiges Wasser versickern, und Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen wandern von unten ein. Ein engmaschiges Drahtgitter unter dem Kompost hält Wühlmäuse und Ratten fern, ohne die Würmer zu stören.
Plane genug Platz für zwei bis drei Abteile: eines zum Befüllen, eines zum Reifen und eines für den fertigen Kompost. Ein Weg, auf dem du mit der Schubkarre bis an den Kompost fahren kannst, erleichtert die Arbeit.
Welcher Behälter?
| System | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Lattenkomposter aus Holz | gute Belüftung, preiswert, erweiterbar | Holz verrottet mit der Zeit |
| Drahtkorb | sehr luftig, ideal für Laub | trocknet schnell aus |
| Thermokomposter aus Kunststoff | ordentlich, wärmer, schneller, gut für kleine Gärten | weniger Luft, kann vernässen, kleines Volumen |
| Offene Kompostmiete | für große Gärten, viel Material | braucht Platz, sieht weniger ordentlich aus |
In kleinen Gärten reicht oft ein Thermokomposter oder ein einzelner Lattenkomposter. Wer viel Material hat, baut zwei oder drei Holzabteile nebeneinander.
Was in den Kompost darf
Grünes, stickstoffreiches Material:
- Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Teebeutel ohne Kunststoff
- Rasenschnitt in dünnen Lagen
- Unkraut ohne Samen
- abgeräumte Gemüsepflanzen, gesund
- Kleintiermist von Pflanzenfressern mit Stroh oder Heu
Braunes, kohlenstoffreiches Material:
- Laub, wie in Laub im Garten nutzen beschrieben
- gehäckselter Strauchschnitt, kleine Zweige
- Stroh, Heu, Sägespäne von unbehandeltem Holz
- unbedruckte Pappe und Eierkartons in Stücken
Was nicht in den Kompost gehört
- gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte: Sie locken Ratten an
- kranke Pflanzenteile, etwa mit Kraut- und Braunfäule oder Kohlhernie
- Unkraut mit reifen Samen und Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch, die im kühlen Gartenkompost überleben
- Hunde- und Katzenkot, Katzenstreu
- behandeltes Holz, Hochglanzpapier, Asche von Kohle oder Briketts
- Zitrusschalen und Bananenschalen aus konventionellem Anbau in großen Mengen, wegen möglicher Rückstände
Wurzelunkräuter lässt du am besten einige Wochen in einem Eimer Wasser vergären und gibst die Brühe später auf den Kompost.
Die richtige Mischung
Die Mikroorganismen im Kompost brauchen Kohlenstoff als Energiequelle und Stickstoff zum Aufbau ihrer Zellen. Eine gute Faustregel lautet: etwa gleiche Mengen grünes und braunes Material, gut vermischt oder in dünnen Lagen.
| Zu viel grünes Material | Zu viel braunes Material |
|---|---|
| fault, riecht nach Ammoniak oder faulen Eiern, wird schleimig | verrottet kaum, bleibt trocken und grob |
| Lösung: Laub, Häckselgut oder Pappe untermischen | Lösung: Rasenschnitt oder Gemüsereste dazugeben, befeuchten |
Zerkleinerte Materialien verrotten schneller als ganze. Häcksle Strauchschnitt und schneide dicke Gemüsestrünke klein.
Feuchtigkeit und Luft
Kompost ist ein lebendiges System. Die Organismen brauchen Wasser und Sauerstoff. Nimm eine Handvoll aus dem Inneren und drücke sie: Ein paar Tropfen sollten austreten, mehr nicht. Ist der Kompost zu trocken, gieße ihn beim Aufsetzen an. Ist er zu nass, mische trockenes Material unter und decke ihn bei Dauerregen ab, etwa mit einem Brett oder einer Matte, die noch Luft durchlässt. Grobe Zweige unten im Haufen sorgen für Belüftung von unten.
Umsetzen
Nach drei bis sechs Monaten setzt du den Kompost um: Du gräbst ihn mit der Gabel in das Nachbarabteil, sodass die äußeren, wenig verrotteten Teile nach innen kommen. Dabei durchlüftest du das Material und kannst die Feuchtigkeit prüfen. Umsetzen ist nicht zwingend, beschleunigt die Rotte aber deutlich. Kompostbeschleuniger aus dem Handel brauchst du nicht. Eine Schaufel reifer Kompost oder Gartenerde bringt alle nötigen Organismen mit.
Reifegrade
- Frischkompost, nach etwa zwei bis vier Monaten: noch grob, viele erkennbare Reste, reich an Nährstoffen. Er eignet sich als Mulch unter Starkzehrern wie Kürbis und Zucchini, aber nicht für Aussaaten.
- Reifkompost, nach etwa sechs bis zwölf Monaten: dunkel, krümelig, riecht nach Waldboden, Ausgangsmaterialien sind kaum noch zu erkennen. Er ist für alle Kulturen geeignet.
Der Kressetest
Fülle ein Schraubglas mit gesiebtem Kompost, säe Kresse darauf und decke es ab. Keimt die Kresse nach wenigen Tagen gleichmäßig und bleibt grün, ist der Kompost reif. Gelbe, braune oder verkrüppelte Keimlinge zeigen, dass er noch zu frisch ist.
Wie viel Kompost ins Beet?
| Kultur | Menge pro Quadratmeter und Jahr |
|---|---|
| Starkzehrer (Kohl, Tomaten, Kürbis, Kartoffeln) | 3 bis 5 Liter |
| Mittelzehrer (Möhren, Salat, Zwiebeln, Rote Bete) | 2 bis 3 Liter |
| Schwachzehrer (Bohnen, Erbsen, Kräuter, Feldsalat) | 1 bis 2 Liter |
| Obststräucher und Obstbäume | 2 bis 3 Liter als Mulch |
Arbeite den Kompost im Frühjahr flach in die oberen Zentimeter des Bodens ein, nicht tief untergraben. Mehr über die Einteilung der Kulturen steht in Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer. Zu viel Kompost über viele Jahre kann den Boden mit Phosphor und Kalium überversorgen. Eine gelegentliche Bodenanalyse, wie in Bodenart bestimmen beschrieben, schafft Klarheit.
Kompost im Jahreslauf
- Frühjahr: Den reifen Kompost aus dem letzten Jahr sieben und auf die Beete bringen. Das Siebgut, grobe Reste, kommt zurück in den neuen Haufen.
- Sommer: Viel Rasenschnitt und Gemüsereste fallen an. Mische sie mit dem im Herbst gesammelten Laub oder mit Häckselgut. Bei Hitze den Kompost feucht halten.
- Herbst: Viel braunes Material: Laub, abgeräumte Pflanzen, Strauchschnitt. Ein guter Zeitpunkt, einen neuen Haufen aufzusetzen und den Sommerkompost umzusetzen.
- Winter: Die Rotte verlangsamt sich. Küchenabfälle kannst du weiter auflegen. Eine Abdeckung aus Laub oder einer Matte schützt vor zu viel Nässe.
Wer den Kompost so führt, hat jedes Frühjahr fertige Erde für die Beete und braucht kaum noch Erde zu kaufen.
Wurmkiste für Balkon und Küche
Wer keinen Garten hat oder seine Küchenabfälle das ganze Jahr verwerten will, kann eine Wurmkiste betreiben. Darin arbeiten spezielle Kompostwürmer, keine Regenwürmer aus dem Garten. Sie fressen Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz und zerrissene Pappe und hinterlassen feinen Wurmhumus, einen hervorragenden Dünger für Topfpflanzen und Aussaaten. Die Kiste steht an einem Ort mit 15 bis 25 Grad, etwa in der Küche, im Keller oder auf einem geschützten Balkon. Richtig betrieben riecht sie nach Waldboden. Zitrusschalen, Zwiebeln, Gekochtes und Fleisch gehören nicht hinein. Die abgelaufene Flüssigkeit, der Wurmtee, wird verdünnt als Flüssigdünger verwendet.
Kompost ohne Zusätze beschleunigen
Kompostbeschleuniger aus dem Handel sind meist überflüssig. Viel wichtiger sind die richtige Mischung und die richtige Feuchtigkeit. Zerkleinere grobe Abfälle wie Kohlstrünke, Staudenstängel oder Äste, denn kleine Stücke bieten den Mikroorganismen mehr Angriffsfläche. Mische feuchte, grüne Abfälle wie Rasenschnitt und Küchenreste immer mit trockenem, braunem Material wie Laub, Stroh oder zerknülltem Karton.
Der Kompost sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm: feucht, aber nicht nass. Ein paar Schaufeln reifer Kompost oder Gartenerde, zwischen die Schichten gestreut, bringen die nötigen Bodenlebewesen gleich mit. Und wer den Haufen ein- oder zweimal umsetzt, versorgt ihn mit Sauerstoff und beschleunigt die Rotte deutlich.
Thermokomposter für kleine Gärten
Geschlossene Thermokomposter aus Kunststoff sind praktisch für kleine Gärten und Reihenhäuser. Sie halten die Wärme im Inneren, sehen ordentlich aus und lassen weniger Gerüche nach außen. Weil kaum Wasser verdunstet, wird ihr Inhalt aber schnell zu nass. Gib deshalb immer reichlich trockenes Material dazu und öffne den Deckel bei Bedarf zum Lüften.
Im Winter verlangsamt sich die Rotte auch im Thermokomposter. Das ist normal: Im Frühjahr kommt sie wieder in Gang. Reifer Kompost lässt sich meist unten durch eine Klappe entnehmen, während oben weiter frisches Material eingefüllt wird.
Häufige Fragen
Mein Kompost stinkt. Was tun?
Er ist zu nass oder enthält zu viel grünes Material. Setze ihn um, mische Laub, Häckselgut oder zerrissene Pappe unter und decke ihn bei Dauerregen ab.
Ziehen Komposthaufen Ratten an?
Vor allem, wenn gekochte Speisen, Fleisch oder Brot hineingelangen. Verzichte darauf, lege ein Drahtgitter unter den Kompost und halte ihn feucht. Ratten mögen trockene, ruhige Haufen.
Kann ich auch auf dem Balkon kompostieren?
In einer Wurmkiste ja. Kompostwürmer verwandeln Küchenabfälle in einer geschlossenen Kiste in Wurmhumus, ohne zu riechen, wenn die Kiste richtig betrieben wird.
Dürfen Zitrus- und Bananenschalen auf den Kompost?
Ja, in haushaltsüblichen Mengen. Zitrusschalen zersetzen sich langsamer als andere Küchenabfälle, deshalb zerkleinerst du sie am besten. Rückstände von Behandlungsmitteln auf den Schalen werden im Kompost weitgehend abgebaut, wenn sie nur einen kleinen Teil des Materials ausmachen.
Wie erkenne ich, dass mein Kompost reif ist?
Reifer Kompost ist dunkelbraun bis schwarz, krümelig und riecht nach Waldboden. Die ursprünglichen Abfälle sind nicht mehr zu erkennen, abgesehen von einzelnen Ästchen oder Eierschalen. Wer unsicher ist, macht den Kressetest: Keimt Kresse in einer Probe des Komposts gleichmäßig und mit grünen Blättern, ist er reif genug für empfindliche Pflanzen.