Zwiebeln und Knoblauch stecken: Termin, Abstand, Zwiebelfliege und Lagerung
Steckzwiebeln, Säzwiebeln, Winterzwiebeln und Knoblauch im Bio-Garten: wann und wie tief stecken, Mischkultur mit Möhren gegen die Zwiebelfliege, Schossen vermeiden, ernten, trocknen und flechten.
Zwiebeln und Knoblauch gehören zu den dankbarsten Kulturen im Gemüsegarten. Sie brauchen wenig Platz, kaum Pflege, und am Ende des Sommers hängen goldene Zwiebelzöpfe und weiße Knoblauchknollen zum Trocknen unter dem Dachvorsprung. Selbst gezogene Knollen halten oft bis ins Frühjahr und schmecken aromatischer als Ware aus dem Handel. Wer ein paar Dinge über Steckzeit, Abstand und die typischen Schädlinge weiß, wird mit einer verlässlichen Ernte belohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Steckzwiebeln setzt du von Mitte März bis Mitte April, Winterzwiebeln im September und Oktober.
- Knoblauch wird am besten im Oktober oder November gesteckt. Er braucht Kälte, um große, geteilte Knollen zu bilden.
- Zwiebeln nur so tief stecken, dass die Spitze aus der Erde schaut. Knoblauchzehen etwa fünf Zentimeter tief.
- Abwechselnde Reihen mit Möhren und ein Kulturschutznetz schützen vor Zwiebel- und Möhrenfliege.
- Ernten, wenn das Laub zu zwei Dritteln gelb ist und umfällt. Dann ein bis zwei Wochen luftig trocknen lassen.
Steckzwiebel, Säzwiebel oder Schalotte?
| Art | Was du kaufst | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Steckzwiebeln | kleine, im Vorjahr gezogene Zwiebeln | einfach, schnelle Entwicklung, weniger Unkrautkonkurrenz | kleinere Sortenauswahl, etwas höheres Schossrisiko |
| Säzwiebeln | Samen | große Sortenauswahl, preiswert, oft länger lagerfähig | langsamer, früh säen, mehr Pflege |
| Winterzwiebeln | Steckzwiebeln für den Herbst | Ernte schon im Juni, Beet früh wieder frei | nur begrenzt lagerfähig |
| Schalotten | Brutzwiebeln | bilden mehrere Zwiebeln aus einer, feines Aroma | teurer im Einkauf |
Für Anfänger sind Steckzwiebeln der einfachste Weg. Wärmebehandelte Steckzwiebeln schießen seltener in Blüte. Achte beim Kauf auf feste, trockene Zwiebeln ohne Schimmel und ohne Austrieb, mit etwa ein bis zwei Zentimetern Durchmesser. Größere Steckzwiebeln schießen eher.
Standort und Boden
Zwiebeln und Knoblauch mögen Sonne und einen lockeren, durchlässigen Boden. Staunässe lässt die Knollen faulen. Sie sind Mittelzehrer und kommen mit einer leichten Kompostgabe vom Vorjahr gut aus. Frischer Mist oder viel Stickstoff machen sie weich, anfällig und schlecht lagerfähig. Baue Zwiebeln und Knoblauch nicht jedes Jahr am selben Platz an: Drei bis vier Jahre Pause beugen Krankheiten vor. Wie das gelingt, erklärt Fruchtfolge planen.
Zwiebeln stecken
- Lockere den Boden flach und ziehe Rillen im Abstand von 20 bis 25 Zentimetern.
- Setze die Steckzwiebeln mit der Spitze nach oben im Abstand von acht bis zehn Zentimetern in die Rille.
- Drücke sie nur so tief in die Erde, dass die Spitze gerade noch herausschaut. Zu tief gesteckte Zwiebeln bilden lange Hälse und lagern schlechter.
- Drücke die Erde leicht an.
Amseln ziehen frisch gesteckte Zwiebeln gern heraus, weil sie unter ihnen nach Würmern suchen. Ein Vlies in den ersten zwei Wochen verhindert das, bis die Zwiebeln eingewurzelt sind.
Winterzwiebeln steckst du genauso, nur im September oder Oktober. Sie überwintern mit kleinen grünen Blättern und wachsen im Frühjahr schnell weiter. Die Ernte beginnt im Juni.
Knoblauch stecken
Knoblauch braucht eine Kälteperiode, damit sich die Knolle in Zehen teilt. Deshalb ist der Herbst der beste Termin.
- Teile eine gesunde, große Knolle kurz vor dem Stecken in einzelne Zehen. Nimm die äußeren, großen Zehen. Kleine Zehen aus der Mitte ergeben kleine Knollen.
- Stecke die Zehen mit der Spitze nach oben etwa fünf Zentimeter tief, im Abstand von 12 bis 15 Zentimetern, in Reihen mit 25 bis 30 Zentimetern Abstand.
- Decke das Beet mit einer dünnen Laubschicht ab.
Im Frühjahr gesteckter Knoblauch ist möglich, bildet aber oft kleinere Knollen oder nur eine einzelne, ungeteilte Zehe. Kaufe Pflanzknoblauch bei Gärtnereien oder Saatgutversendern. Knoblauch aus dem Supermarkt stammt oft aus anderen Klimazonen und ist für deutsche Winter nicht immer geeignet.
Pflege
- Unkraut jäten: Zwiebeln und Knoblauch haben schmale Blätter und werfen kaum Schatten. Unkraut wächst deshalb schnell und konkurriert stark. Hacke regelmäßig flach zwischen den Reihen, ohne die Knollen zu verletzen.
- Gießen: nur bei längerer Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer, während die Knollen wachsen. Ab Juli, wenn die Knollen reifen, nicht mehr gießen. Trockene Zwiebeln halten länger.
- Blütenstängel: Schießt eine Zwiebel in Blüte, knickst du den Stängel ab und verbrauchst diese Zwiebel zuerst. Sie lagert schlecht. Beim Knoblauch bricht man die Blütenstängel, die sogenannten Knoblauchschlangen, im Juni aus. Sie schmecken in der Pfanne gebraten mild nach Knoblauch.
Zwiebelfliege und andere Schädlinge
Die Zwiebelfliege legt ihre Eier an junge Zwiebeln. Die Maden fressen sich in die Zwiebel, die dann welkt und fault. Vorbeugen:
- Mischkultur mit Möhren: Abwechselnde Reihen von Zwiebeln und Möhren sind ein Klassiker. Der Duft der einen Pflanze soll die Schädlinge der anderen verwirren. Mehr dazu in Mischkultur: gute und schlechte Nachbarn.
- Kulturschutznetz: Ein feinmaschiges Netz über dem Beet ab dem Stecken hält Zwiebel- und Lauchfliege zuverlässig fern.
- Fruchtwechsel: Nicht auf Flächen anbauen, auf denen im Vorjahr Zwiebeln oder Lauch standen.
Die Lauchminierfliege befällt vor allem Lauch, aber auch Zwiebeln. Auch hier hilft ein Netz in den Flugzeiten im Frühjahr und Spätsommer.
Falscher Mehltau zeigt sich bei feuchtem Wetter als grauvioletter Belag auf den Blättern. Weiter Abstand, durchlässiger Boden und Fruchtwechsel beugen vor. Befallene Blätter entfernst du. Mehr dazu steht in Pilzkrankheiten vorbeugen.
Ernten und trocknen
Zwiebeln sind reif, wenn das Laub zu etwa zwei Dritteln gelb geworden und umgefallen ist, meist im August. Das alte Umknicken des Laubs mit dem Rechen ist nicht nötig und kann Fäulnis fördern.
- Ziehe die Zwiebeln an einem trockenen Tag aus der Erde oder lockere sie mit der Grabegabel.
- Lass sie bei sonnigem Wetter einige Tage auf dem Beet liegen. Bei Regen bringst du sie unter ein Dach.
- Trockne sie danach ein bis zwei Wochen luftig und regengeschützt, etwa auf einem Gitter oder hängend.
- Wenn die Schalen rascheln und der Hals ganz trocken ist, schneidest du das Laub ab oder flechtest Zöpfe aus dem trockenen Laub.
Knoblauch erntest du im Juli, wenn die unteren Blätter gelb werden, aber noch fünf bis sechs grüne Blätter stehen. Wartest du zu lange, zerfallen die Knollen in einzelne Zehen. Trockne ihn wie Zwiebeln.
Lagern
Lagere Zwiebeln und Knoblauch kühl, trocken, dunkel und luftig, in Netzen, Körben oder als Zopf. Feuchtigkeit lässt sie keimen und schimmeln. Gut getrocknete Lagerzwiebeln halten bis ins Frühjahr, Knoblauch oft genauso lange. Kontrolliere den Vorrat regelmäßig und verbrauche weiche oder austreibende Knollen zuerst.
Schalotten und Frühlingszwiebeln
Schalotten steckst du wie Steckzwiebeln von März bis April, mit etwas mehr Abstand, etwa 15 bis 20 Zentimeter in der Reihe. Aus jeder Brutzwiebel wächst ein Nest aus fünf bis zehn neuen Schalotten. Sie reifen im Juli und lassen sich sehr gut lagern. Ihr Aroma ist feiner und milder als das von Küchenzwiebeln, ideal für Soßen und Salatdressings.
Frühlingszwiebeln säst du von März bis August direkt ins Beet, dicht in Reihen. Sie werden geerntet, solange sie grün und zart sind, etwa acht bis zehn Wochen nach der Aussaat. Mit Folgesaaten alle drei bis vier Wochen hast du vom Frühsommer bis in den Herbst frische Ernte. Winterharte Sorten, im August gesät, liefern schon im zeitigen Frühjahr die ersten Lauchzwiebeln.
Winterzwiebeln und Winterheckenzwiebeln
Neben den klassischen Steckzwiebeln im Frühjahr gibt es Wintersteckzwiebeln, die im September oder Oktober gesteckt werden. Sie wurzeln vor dem Winter ein, überstehen Frost gut und liefern im Frühsommer des folgenden Jahres eine frühe Ernte, wenn die Lagerzwiebeln aus dem Vorjahr zur Neige gehen. Sie halten allerdings nicht so lange wie spät geerntete Sommerzwiebeln.
Die Winterheckenzwiebel ist eine mehrjährige Zwiebel, die keine großen Knollen bildet, sondern wie Schnittlauch genutzt wird. Ihre röhrenförmigen Blätter treiben im zeitigen Frühjahr als eines der ersten frischen Grüns im Garten aus und können bis in den Herbst geerntet werden. Ein Horst kann viele Jahre am selben Platz bleiben.
Zwiebeln aus Samen ziehen
Säzwiebeln brauchen mehr Geduld als Steckzwiebeln, haben aber Vorteile: Sie schießen seltener, es gibt eine größere Sortenauswahl, und sie sind oft besonders lange lagerfähig. Gesät wird im März oder April direkt ins Beet, in Reihen mit etwa 20 bis 25 Zentimetern Abstand. Später vereinzelst du die Pflänzchen auf einige Zentimeter Abstand, damit sich große Zwiebeln bilden können.
Halte das Beet in den ersten Wochen sorgfältig frei von Unkraut, denn die dünnen Zwiebelkeimlinge setzen sich gegen Konkurrenz kaum durch. Die herausgezogenen Pflänzchen beim Vereinzeln kannst du wie Frühlingszwiebeln in der Küche verwenden.
Knoblauch mit und ohne Blütenstängel
Bei Knoblauch unterscheidet man zwei große Gruppen. Sorten mit hartem Blütenstängel bilden im Frühsommer einen langen Schaft mit Brutzwiebelchen, gelten als besonders winterhart und haben oft ein kräftiges Aroma. Sorten ohne festen Blütenstängel lassen sich dagegen meist länger lagern und eignen sich gut zum Flechten von Zöpfen.
Häufige Fragen
Kann ich gekeimte Zwiebeln aus der Küche stecken?
Ja, im Frühjahr. Sie bilden aber meist keine neue große Zwiebel, sondern Blätter und Blüten. Die grünen Röhren kannst du wie Frühlingszwiebeln ernten.
Warum sind meine Zwiebeln klein geblieben?
Häufige Ursachen sind zu enge Abstände, zu viel Unkraut, Trockenheit im Frühjahr oder ein zu schattiger Platz. Auch zu spätes Stecken verkürzt die Wachstumszeit.
Kann ich Zwiebeln und Knoblauch neben Bohnen setzen?
Besser nicht. Zwiebelgewächse und Hülsenfrüchte gelten als schlechte Nachbarn, weil sie sich gegenseitig im Wachstum hemmen können.
Soll ich die Blütenstängel des Knoblauchs abschneiden?
Ja, bei Sorten, die einen Blütenstängel bilden. Schneide ihn ab, sobald er sich einrollt, damit die Pflanze ihre Kraft in die Knolle steckt. Die jungen, zarten Stängel sind essbar und schmecken mild nach Knoblauch, etwa in Pfannengerichten oder als Pesto.